Strategische Ausrichtung: B2B2C-Mehrwegsystem

Mehrwegsystem als Geschäftsmodell für den Mittelstand
Strategische Bedeutung, Chancen und kritische Erfolgsfaktoren für ein B2B2C Mehrwegsystem.

Strategieüberprüfung für ein Mehrwegsystem

Ziel dieses gekürzten Executive-Briefings ist es, die strategische Bedeutung, Chancen und kritischen Erfolgsfaktoren eines B2B2C-Mehrwegsystems für den Take-Away-Markt darzustellen. Das Modell ermöglicht es Restaurants, Caterern und Kantinen, Mehrwegbehälter ohne Vorabinvestition zu nutzen und lediglich pro Verwendung zu zahlen. Über eine QR-Code-basierte App lassen sich Nutzung, Rückgabe und Bezahlung effizient und transparent steuern.

Zentrale Markttreiber

Die Lösung adressiert drei zentrale Markttreiber: den regulatorischen Druck zur Reduktion von Einwegplastik, die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen und die wirtschaftliche Notwendigkeit skalierbarer, niedrigschwelliger Systeme. Mit einer Lebensdauer von bis zu 200 Anwendungen pro Behälter und gesetzlichen Strafzahlungen für Einwegverpackungen (8,95 €/kg) ist ein schneller Break-even realistisch und ein klarer ESG-Mehrwert gegeben.

Differenzierungsmerkmale

Wesentliche Differenzierungsmerkmale sind ein verhaltensbasiertes Rückgabemanagement (10 € Gebühr bei Nicht-Rückgabe nach zwei Wochen), Echtzeitdaten durch RFID-Tracking sowie ein Pay-per-Use-Modell, das Einstiegshürden für B2B-Kunden und Endnutzer deutlich senkt. In Kombination mit Deutschlands über 20-jähriger Erfahrung im Mehrwegbereich ist die Marktakzeptanz hoch.

Langfristiger Markterfolg hängt jedoch von mehreren strategischen Faktoren ab:

  • Verhaltenssteuerung: Rückgabequoten und verantwortungsvoller Umgang sind entscheidend für wirtschaftliche und ökologische Wirkung.
  • Infrastrukturerweiterung: Integration in bestehende Mehrwegsysteme ist erforderlich, um Skalierungsgrenzen zu überwinden.
  • Zirkularitätsanforderungen: Nutzung erneuerbarer Energien, ungiftiger Materialien und nachhaltiger Reinigungsprozesse sind entscheidend, liegen aber teils außerhalb des direkten Einflussbereichs.
  • Technologischer Fußabdruck: RFID-End-of-Life-Strategien wie modulare Designs, biologisch abbaubare Tags oder geschlossene Rückführungsmodelle müssen entwickelt werden.

Empfohlene nächste Schritte:

  • Ausbau der Hardware-Zirkularität zur Reduzierung von E-Schrott und Stärkung der Nachhaltigkeitsposition.
  • Erweiterung der Rückgabeinfrastruktur durch Kooperationen und Systemintegration.
  • Nutzung von Performance-Daten zur Steigerung der Wertschöpfung und Kundenbindung.
  • Positionierung des Systems als führende, skalierbare Lösung, die regulatorischen Anforderungen und Konsumentenerwartungen voraus ist.

Zusammengefasst stellt dieses Modell eine strategische Wachstumschance in einem dynamischen Markt dar. Es verbindet regulatorische Anforderungen, verhaltensbasierte Akzeptanz und wirtschaftliche Attraktivität. Um eine langfristige Führungsrolle einzunehmen, müssen wir aktiv an den Stellschrauben Systemintegration, Technologie, Verhalten und Kreislaufstrategie arbeiten – und so eine Vorreiterrolle im Wandel von linearen zu zirkulären Verpackungslösungen einnehmen.

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Bild von Nadin-Shirin Zimmermann

Nadin-Shirin Zimmermann

Über 20 Jahre Erfahrung in globalen Konzernen, Mittelstand und Start-ups haben mich geprägt: von internationalem Produktmanagement über den Aufbau eines eigenen Tech-Start-ups bis zur Entwicklung nachhaltiger Transformationsstrategien. Gemeinsam mit einem Expertennetzwerk treibe ich die Transformation zu einem zirkulären Wirtschaftssystem voran. In meinen Executive Studies an der Harvard University zu Circular Economics und Impact Innovation habe ich zudem ein breites Spektrum an Möglichkeiten erlernt. Mein Engagement als Mentorin, Business Angel und Jurorin erweitert den Blick auf die Innovationslandschaft und zeigt Wirkhebel als auch die Fallstricke.

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