ThinkTank IRS | Bewertung von Kreislaufgeschäftsmodellen
Der ThinkTank IRS hat einen Ansatz entwickelt, mit dem Unternehmen Kreislaufführungskonzepte (Reuse, Remanufacturing, Recycling etc.) ökonomisch bewerten können – nicht nur nach Umweltaspekten, sondern mit klarem betriebswirtschaftlichem Fokus.
Dabei werden verschiedene Verwertungsoptionen gegenübergestellt und anhand von Fallbeispielen getestet (Waschmaschinen, Traktionsbatterien) – mit dem Ziel, Entscheidungsträgern aus Mittelstand, Industrie und Politik einen belastbaren Entscheidungsrahmen zu liefern.
Bewertungsmodell & Methodik
- Das Kernstück ist ein Excel-basiertes Tool, das auf Kosten- und Erlösdaten basiert und verschiedene Kreislaufstrategien durchrechnet.
- Untersuchte Verwertungsstufen umfassen direct Reuse, Repurposing / Second Life, Remanufacturing und Recycling.
- Das Modell erlaubt es, für ein gegebenes Produkt zu prüfen, welche Variante ökonomisch optimal ist – abhängig von Parameteränderungen, Marktbedingungen und Geschäftsmodellen.
Fallbeispiele & Erkenntnisse
1. Waschmaschinen (Konsumgüter)
- Ausgangspunkt: eine hochwertige Waschmaschine, die nach Erstnutzung für einen zweiten Lebenszyklus verkauft wird.
- Vergleich von Reuse, Remanufacturing und Recycling zeigt, dass Reuse oder Aufbereitung oft wirtschaftlich vorteilhaft sein können, wenn Rückführungskosten und Markt für gebrauchte Produkte tragbar sind.
2. Traktionsbatterien (Elektromobilität)
- Schwerer, technologisch anspruchsvoller Anwendungsfall mit dynamischen Kostenstrukturen.
- Die Analyse zeigt: Je nach Szenario (z. B. Restkapazität, Rücklaufzahlen, Batteriedesign) verschieben sich die Vorteile zwischen Remanufacturing und Materialrecycling.
Chancen, Barrieren und Grenzen
Chancen:
- Kreislaufmodelle können zu Wettbewerbsvorteilen werden, wenn sie richtig bewertet und umgesetzt werden.
- Sie bieten Flexibilität, Wertschöpfung über mehrere Zyklen und stärkere Kontrolle über Materialströme.
Herausforderungen & Grenzen:
- Datenverfügbarkeit & Datenqualität sind oft unzureichend.
- Rückführungskosten, Logistik und Demontageaufwand können die Wirtschaftlichkeit schmälern.
- Rechtliche Rahmenbedingungen, Standardisierung und Marktstrukturen sind teilweise unklar bzw. hinderlich.
- Der Ansatz ist derzeit rein monetär wirtschaftlich ausgerichtet – ökologische und soziale Wirkungen sind (noch) nicht integriert.
Implikationen für den Mittelstand & zirkuläre Geschäftsmodelle
Für mittelständische Unternehmen bietet der Ansatz gleich mehrere wertvolle Nutzungen:
- Fundierte Entscheidungsgrundlage: Anhand realer Daten kann abgeschätzt werden, ob sich zirkuläre Modelle (z. B. Remanufacturing, Leasing, Rücknahme) lohnen.
- Szenariobetrachtung: Das Tool erlaubt dynamische Anpassungen (z. B. Änderung von Materialpreisen, Rücklaufquoten) – wichtig für strategischen Planungsdruck.
- Risiken & Barrieren früh erkennen: Kostenfallen wie Logistik, Demontage oder Nachfragerisiko werden sichtbar gemacht – und können gezielt adressiert werden.
- Wettbewerbsvorteile realisieren: Wenn zirkuläre Modelle wirtschaftlich tragfähig sind, können sie Differenzierung, Kundenbindung und neue Geschäftsströme eröffnen.
Originalbericht & Download
Den vollständigen Abschlussbericht finden Sie hier:
ThinkTank IRS – Betriebswirtschaftliche Bewertung der Kreislaufwirtschaft

