„Ich bin überzeugt, dass wir im deutschen Mittelstand viele mutige Macher haben,“ sagt Tina Dreimann
Gastbeitrag Tina Dreimann, Handelsblattartikel
Statt Konjunkturpessimismus sieht Tina Dreimann Aufbruchstimmung in Deutschland. „Die Zahlen zeigen ein unvollständiges Bild“, sagt Tina Dreimann (Mitgründerin von Better Ventures. Einzelne Unternehmerinnen und Unternehmer investierten nach wie vor gezielt.
Die heute 43-Jährige gründete vor fünf Jahren – mitten in der Corona-Zeit – gemeinsam mit Christoph Behn und Cedric Duvinage Better Ventures. Das Netzwerk versammelt Unternehmerinnen und Unternehmer, die in Start-up-Teams investieren, die – und das ist eine zwingende Voraussetzung – ein großes ökologisches oder soziales Problem ökonomisch lösen.
Sie reinigen etwa Abwässer von hochgiftigen Chemikalien (Start-up: Oxyle), verbessern die Energieversorgung durch Batteriespeicher im Mittelstand (Encosa) oder ersetzen schädliche Kühlmittel durch nachhaltige (Magnotherm).
Insgesamt investierten die rund 100 Geldgeber bereits in 65 Start-ups. Immer mehr junge Familienunternehmer kämen dazu. Dazu zählten Alexandra Kohlmann vom Mineralölhersteller Rowe, Larissa Zeichhart vom Verkehrs- und Sicherheitstechnikunternehmen LAT, Jens und Felix Fiege vom gleichnamigen Logistikunternehmen und Andreas Krengel vom Hygienepapierhersteller Wepa.
Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Tina Dreimann, warum sie glaubt, dass Unternehmerinnen und Unternehmer die Zukunft positiv gestalten können, was Better Ventures von Risikokapitalgebern unterscheidet und warum es dort eine Frauenquote gibt.
Tina Dreimann erlaubte die Veröffentlichung dieses Artikels bei Nexarus.
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Frau Dreimann, viele Familienunternehmen halten sich mit Investitionen in Deutschland gerade zurück, der Standort hat gerade keinen guten Ruf. Sie hingegen spüren positive Signale. Wo?
Tina Dreimann: Ich lese auch immer von der großen Investitionszurückhaltung, vor allem im Mittelstand. Es hieß bei Creditreform, es werde so wenig wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr investiert. Aber diese Zahlen zeigen ein unvollständiges Bild.
Und wie wäre das vollständige und offenbar weniger düstere Bild?
Die Unternehmerinnen und Unternehmer als Einzelpersonen investieren gerade sehr wohl. Allein wir bei Better Ventures haben inzwischen 20 Familienunternehmerinnen und -unternehmer als Investoren gewonnen, die in der zweiten oder höheren Generation in Verantwortung für Familienunternehmen stehen und überproportional in Start-ups investieren. Was ich damit sagen will: Die Zahlen aus den Umfragen zeigen ein unvollständiges Bild der Realität. Und das ist eine gute Nachricht.

